„Der Luxus der Oberfläche, die Zeit der Blasen ist vorbei. Es gibt einen neuen Luxus, der sich auf den Wert der Dinge konzentriert. Ich nenne ihn den ehrlichen Luxus. Die Menschen wollen Dinge, die sich nicht mehr grösser machen als sie wirklich sind. Einen langsamen Luxus, ohne Abkürzungen und Effekthascherei. Und hier sehe ich auch unsere Pinzetten: Weil sie das Beste realisieren, was in einer Pinzette stecken kann. Durchdacht bis ins Detail, ohne Kompromisse in Material und Verarbeitung, in einem zeitlosen Design, jenseits aller Moden und kurzlebigen Trends. Diese Rückkehr zu den eigentlichen Werten scheint mir heute für Luxus zu stehen.“ Fides Baldesberger

Alle unsere Produkte werden von Hand nach allen Regeln traditioneller Handwerkskunst aus bestem Stahl gearbeitet. Und dabei immer wieder geprüft und kontrolliert. Damit kein Produkt die Manufaktur verlässt, das nicht höchsten Ansprüchen genügt. Es ist die Lust an der Perfektion, die in jedem unserer Produkte spürbar ist. Auch in der Pinzette, die Sie vielleicht gerade in der Hand halten. Wie in einem wohl temperierten Treibhaus versuchen wir ein Klima zu schaffen, in dem Mitarbeiter ihr Bestes geben und kreativ sein können, damit Hochwertiges entstehen kann. Die Menschen, die mit uns arbeiten, verfügen über das Wissen und die Erfahrung, um Exzellentes auf ihrem Gebiet zu leisten. Wo immer möglich, sind sie schnell und effizient. Doch wo grösste Sorgfalt gefragt ist, lassen sie sich die Zeit, die es braucht – zum Beispiel beim Feinschliff der Spitze von Hand. In unserer Leidenschaft für Qualität bewahren wir die Schweizer Handwerkskunst und versuchen gleichzeitig, sie mit moderner Technologie zu verbinden.

Von sich selbst sagt Fides Baldesberger, sie sei eine gut organisierte Chaotin. Vielleicht liegt darin ihr Erfolgsgeheimnis: Immer wieder bringt sie Sachen zusammen, von denen andere meinen, man könne sie nicht zusammenbringen. Es sind die schönen Dinge, die sie anziehen. Aber eben nicht nur. Eigentlich ist sie Kunsthistorikerin, aber nach dem Studium besucht sie das Gemmologische Institut (GIA) in Los Angeles. Sie arbeitet zunächst für einen Händler an der Diamantenbörse in Antwerpen, um dann selbst zu versuchen, Edelsteine aus Indien in die Schweiz zu importieren. Das Schöne und das Praktische – und eine gute Portion Mut und Eigensinn, das Muster wird sich später wiederholen. Als der Vater stirbt, reist sie ins Tessin, um einen Teil des Nachlasses zu regeln, eine kleine Pinzettenmanufaktur, an der ihr Vater beteiligt war. Die Firma heisst Rubis. Sie erfährt, dass der Name von den winzigen Rubinen herrührt, die man mit Pinzetten in die Uhrwerke von Rolex und anderer berühmter Schweizer Uhrenmarken einsetzt. Es sind gute Pinzetten, die man hier herstellt, die besten überhaupt. Doch 1984, als die knapp 30-jährige zum ersten Mal nach Stabio kommt, hat Rubis schon bessere Tage gesehen. Es steht nicht gut um die Manufaktur. Man hat die Globalisierung verschlafen und tut sich schwer, sich auf verändernde Märkte einzustellen. Und während alle darauf warten, dass die junge Schweizerin angesichts schlechter Aussichten schnell die Koffer packt, um sich wieder ihren Edelsteinen zu widmen, erkennt sie, dass Rubis selbst ein kleines Juwel sein könnte: Man müsste nur versuchen, es unter all dem Staub, der sich über die Jahre angesammelt hat, wieder zum Glänzen zu bringen. Sie schickt das Management nach Hause und entscheidet, die Firma künftig selbst zu führen. Mit grosser Leidenschaft unternimmt sie tausend Dinge, die sie vorher noch nie gemacht hat. Sie muss einen Vertrieb aufbauen, neue Kunden gewinnen, und zwar schnell, neue Produkte entwickeln, die Werkstatt effizienter machen, eine neue Fabrik bauen und neue Absatzmärkte finden.

Und das möglichst alles auf einmal. Eine bislang vernachlässigte Zielgruppe erkennt sie schnell: Frauen. „Es gab damals keine anständige Pinzette für die Kosmetik. Die, die es gab, funktionierten nicht richtig. Sie arbeiteten so unpräzise, dass das Zupfen zur Qual wurde. Also hab ich sie gemacht. Wir hatten das Know-how, das es brauchte, um ein Produkt auf den Markt zu bringen, das endlich dem entsprach, was die Frauen suchten.“ Der Stahl, dieses harte industrielle Material, sollte weiblich werden und die Präzision in die Kosmetik einziehen. Wieder waren es scheinbare Gegensätze, die am Ende doch keine waren, die Fides Baldesberger zusammenbrachte. Sie entwirft die erste Rubis Kosmetikpinzette. Sie benutzt eine zeitlos schöne, klassisch moderne Formensprache. Klar, einfach und schlicht. Sie setzt darauf, dass Menschen sich für Gebrauchsgegenstände entscheiden, die beides sind - schön und praktisch zugleich. Und sie gewinnt. Zuerst die Kunden, dann viele Preise und internationale Auszeichnungen. Sie schafft eine Ikone des Designs, reist um den Globus, um ihre Pinzette vorzustellen, schafft es, aus dem maroden Unternehmen einen weltweit erfolgreichen Hersteller von Präzisionspinzetten zu machen. Heute Jahre später, gelten Rubis Kosmetikpinzetten als "die Besten der Besten" (Vogue) und "als der Ferrari unter den Kosmetikpinzetten" (Bobbi Brown). Fides Baldesberger hat es geschafft, aus der kleinen Manufaktur eine internationale Marke zu machen. Für ihre Erfolge wurde sie in der Schweiz zwei Mal zur Unternehmerin des Jahres gewählt. Es ist eine ganz besondere Mischung, die sie so erfolgreich gemacht hat: ihre Leidenschaft für alles Schöne, ihr schweizerischer Hang zum Praktischen, eine Portion Mut und eine gehörige Prise Abenteuerlust.

Rund 40 Tonnen nur wirklich besten Edelstahls werden in der Manufaktur im Jahr verarbeitet. Rostfrei muss er sein, aber nicht nur, er darf nicht erlahmen, weil die Pinzette sonst ihre Spannkraft verlieren könnte, und auch säurebeständig muss er sein, um problemloses Sterilisieren zu ermöglichen. Seine Qualität ist entscheidend für die des Endprodukts. Nur wenn der Stahl selbst schon mit grösster Sorgfalt hergestellt wird, hat er am Ende die Klasse, die es braucht, um gute Präzisionsinstrumente herzustellen. Aufgerollt wie eine Schlange kommt er in sogenannten Coils in die Manufaktur, wo er gewalzt, geformt und bearbeitet wird.

Zur Pinzette oder Schere wird er erst hier. Und jedes Mal muss ihm die Form wieder neu abgerungen werden. Stahl hat etwas Archaisches - und gleichzeitig etwas Hochmodernes. Aus dem harten Material schafft Rubis weiche, runde Formen, das klassische Rubis Design. „Der Stahl bleibt sich gleich“, meint Fides Baldesberger. „Er fordert einen dazu auf, zu experimentieren, zu entdecken, was man alles mit ihm machen kann. Jedes Mal ist es ein Kampf, wer ist der Stärkere, die Idee oder das Material? Für mich ist Stahl weiblich.“

Wir glauben, dass es auch eine soziale Qualität in der Arbeit gibt. Das ist einer der Werte, die in unserem Produkt steckt. Und wir glauben, dass man ihm das anmerkt. Weil jedes Produkt immer auch das Resultat der Art und Weise ist, wie Unternehmen mit Mitarbeitern und Lieferanten umgehen. Wechselseitiger Respekt und Standards wie gerechte Entlohnung und faire Arbeitsbedingungen sind für uns Qualitätsfaktoren. Als eines der ersten Schweizer Unternehmen haben wir uns das nach dem Standard SA 8000 für sozial verantwortliches Management zertifizieren lassen.

Das ausgezeichnete Image von Rubis ist das Resultat jahrelanger, permanenter Markenplfege. Das Vertrauen der Konsumenten in unsere Marke gilt es jedoch täglich zu bestätigen. Der Pioniergeist von Rubis führt immer wieder zu marktführenden Produkten.
Dank unternehmerische Geschick und Weitsicht hat sich Rubis zu einem modernen, internationalen Leader im Nischenmarkt der kosmetischen Präzisionspinzetten entwickelt.
Make Up Artists wie Bobbi Brown (USA), Fred Hamelten (Norwegen), Wingie (Lancôme Hong Kong) und namhafte internationale Unternehmen wie Edtée Lauder, L'Oréal Hong Kong und MAC schwören auf unsere Produkte.

Eine eigene Werkstatt wird den hohen Ansprüchen einer kreativen, eigenständigen Handschrift gerecht. Dort wird noch von Hand getaltet und die Handwerkskunst geplegt, während moderne Maschinen bei der Umsetzung helfen.
Das Geheimnis unseres internationalen Erfolges liegt in der Kombination von Know-How, Kreativität, Qualität und funktionellem Design.

Es gibt wahrscheinlich nur wenige Menschen, die so genau wie Vincenzo Zagari wissen, was es braucht, um eine wirklich perfekte Pinzettenspitze zu machen. Seit 38 Jahren arbeitet er in der Rubis Manufaktur. Angefangen hat er, da war er nicht mal 20, heute leitet er die Visitage. Der französische Name kommt aus der Schweizer Uhrenindustrie, die traditionell in der französischen Schweiz angesiedelt war. Er steht für den Bereich, in dem jedes Produkt seinen Feinschliff bekommt. Hier entscheidet sich die Qualität. Vincenzo und seine Kollegen in der Visitage vollenden die Spitzen der Pinzette: jede einzeln, jede von Hand – mit Schraubstock, feinen Holzhaltern, Zange, Lupe, Feile, verschiedenen kleinen Hämmern und sehr erfahrenen Augen, die immer wieder genau die Pinzette prüfend gegen das Licht halten. Damit die beiden Spitzen am Ende perfekt aufeinander liegen, der Stahl den Druck der Finger präzise auf die Spitzen weitergibt und sie mit maximaler Präzision zugreifen. Keine Maschine könnte das.

Für die Visitage einer Pinzette braucht Vincenzo zwischen drei und fünf Minuten. Bei grösseren Spezialpinzetten mit breiter Spitze kann es schon mal doppelt so lange dauern. In einem in den Jahren perfektionierten Ablauf feilt, hämmert, justiert und prüft er die Spitze nach allen Regeln der Kunst. An einem guten Tag schafft er so 150 Pinzetten. Mehr geht nicht, sonst leidet die Qualität. „Fünf bis sechs Jahre brauchst du schon“, meint Vincenzo, „bevor du das alles beherrscht. Das hat nicht nur was mit Können, sondern auch mit Gefühl, dem richtigen Blick und grosser Sorgfalt zu tun.“ Für die, die neu anfangen, gilt die Regel, dass sie mindestens ein halbes Jahr brauchen, bis sie die Visitage so weit beherrschen, dass sie eine einfache Pinzette gut bearbeiten können. „Aber die meisten“, ergänzt er, „schaffen nur ein paar Tage. Neun von zehn haben einfach nicht die Ruhe, die du für diese Arbeit brauchst.“ Pinzetten machen, sagt Vincenzo lächelnd, hat ein bisschen was von Zen.

Es gibt ein paar Dinge, die uns Schweizern wirklich wichtig sind. Deswegen spürt man sie auch in unseren Produkten. Präzision zum Beispiel. Diese typische schweizerische Lust, alles bis ins kleinste Detail möglichst präzise zu gestalten, dieser Perfektionismus, nicht Ruhe zu geben, bevor alles genau so ist, wie es sein soll. Der steckt einfach in uns drin. Vielleicht haben wir diese Leidenschaft entwickelt, weil die Winter in den abgelegenen Bergdörfern früher so lang waren, und wir ja irgendetwas tun mussten. Feinste Uhrwerke zum Beispiel. Schon weil wir ausser uns selbst ja keine Rohstoffe besitzen, legen wir grossen Wert darauf, dass die Dinge richtig lange halten. Am besten so lange, dass man sie von einer Generation zur nächsten weitergeben kann. So bauen wir unsere Häuser, Messer, Uhren, Taschen - und unsere Pinzetten. Weshalb wir auch keinen unnötigen Schnickschnack mögen, sondern klare, zeitlose Formen, schnörkellos und funktional.

Rubis lebt ihre Werte. Für die Symbiose aus handwerklicher Tradition und Moderne steht auch die der Architektur unseres Firmensitzes im Schweizerischen Stabio. Vorne ein zeitlos schöner Neubau für die Verwaltung, dahinter die langgestreckte Halle der Manufaktur, mit ihren Maschinen und rund 40 Frauen und Männer, die feilen, hämmern, schneiden und schleifen. Die minimalistischen Formen und Materialien der Produkte finden sich in der Architektur wieder. Am Eingang ein Teich mit japanischen Koi und einer Installation des Künstlers Daniel Spoerri, im hinteren Bereich ein Lager mit tausenden unterschiedlicher Pinzetten. Es ist diese einzigartige Mischung, die den Ort so faszinierend macht: Natur und Kunst, Kreativität und Können, Tradition und Moderne.

Warum sollen wir unseren Alltag mit gedankenlos produzierten Dingen zustellen, die morgen schon alt aussehen, nicht lange halten und nur schlecht funktionieren? Wäre es nicht besser, wenn wir versuchten, uns nur noch mit solchen Dingen zu umgeben, über deren Gestaltung jemand wirklich intensiv nachgedacht hat? Bis ins kleinste Detail, tage-, wochen- ja vielleicht monatelang? Weil er wollte, dass Form mit Funktion verschmilzt. Weil er eine geniale Idee zu Ende denken wollte. Weil er wusste, dass es sie irgendwo gibt, die perfekte Linie.

Weil er eine Form suchte, die uns allen Komfort und Sicherheit im Gebrauch eines Gegenstands ermöglichen würde. Weil er Langlebigkeit suchte. Weil er mit viel Kreativität ein wunderbares und einzigartiges Produkt gestalten wollte. Und weil er für ein bisschen mehr Freude im Alltag sorgen wollte.